deutsche Kreisverkehre
Liebe Kurzgeschichten leser.
Axel Schwaigert hat meine Kurzgeschichten gelesen und Sören Kunze hat in dabei gefilmt. Diese Filme können sie sich ab sofort auf meinem Youtube Kanal anschauen.

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Geschichte 22: noch eine Überraschung

Nach dem Überraschungswochenende in Ulm haben Ludmilla und ich ausgemacht, dass wir so etwas ruhig immer wieder mal machen können, jedoch ohne dass es in eine Art Wettkampf ausarten soll. Und so haben wir uns seither schon einige recht tolle Überraschungen ausgedacht. Da gab es Sachen die nur ein paar Stunden gedauert haben und solche die über zwei Tage gingen. Manches war auch ein totaler reinfall wie zum Beispiel ein Salsa-Schnuppertanzkurs. Das meiste jedoch war wirklich toll, wie die Ballonfahrt oder der Besuch im Planetarium in Stuttgart.
Ich habe mir neulich etwas ganz besonderes ausgedacht und fast wäre nichts daraus geworden. Die Vorbereitungen dazu zogen sich über Wochen hin. Ich bin einmal extra mit Ludmilla nach Ulm gefahren um heimlich mit ihrem Chef zu sprechen. Ich gab vor nach einem besonderen Geschenk zu suchen und habe sie noch am Bahnsteig verabschiedet, da sie ja als Zugbegleiterin arbeitet. Danach habe ich ihren Vorgesetzten gesucht und ihm von meiner Idee erzählt.
Es geht darum, dass er dafür sorgt, dass Ludmilla an ihrem Geburtstag Frühschicht hat. Wir werden zwar ihren Geburtstag feiern, aber da er unter der Woche ist haben wir fürs Wochenende die Feier geplant. Des Weiteren habe ich ihm erzählt, dass ich sie gerne im Zug mit einem kleinen Mini-Konzert überraschen möchte. Ich würde also auf der Strecke mit einer kleinen Band am anderen Ende des Zuges einsteigen und dort würde die Band dann zu spielen beginnen. Es müsste also ein Streckenabschnitt sein, bei dem der Zug nicht brechend voll ist. Er fand meine Idee absolut super und hat mir versprochen, das mit der Frühschicht zu regeln und er wird auch noch mit den anderen Zugbegleitern reden um einen passenden Streckenabschnitt zu erfahren.
Jetzt kam noch der schwierigste Teil der Überraschungsplanung. Ich musste noch mit der Band reden. Ich machte mich auf den Weg nach Neu-Ulm und habe die Sängerin Claudia Kocian, von deep´n`high aufgesucht. Claudia fand die Idee zwar super, war aber von der Uhrzeit wann dies alles stattfinden sollte, überhaupt nicht begeistert. Ist ja auch klar, denn schließlich sind die beiden Künstler und müssen daher abends fit sein. Wenn die Konzertbesucher nach einem Konzert heimgehen, haben die Künstler ja in der Regel noch einen langen Heimweg vor sich, so dass sie natürlich viel später ins Bett kommen als die Zuschauer. Ich habe mir den Mund fusselig geredet und ich glaube, dass der Gedanke, dass mit diesem Konzert auch die „normalen" Fahrgäste auf diese Weise einen ganz tollen Tagesbeginn hätten und so gut gelaunt zur Arbeit kommen würden, hat letztendlich den Ausschlag gegeben bei dieser Überraschung mit zu machen. Thomas Dirr der Bassist von deep´n`high war da vergleichsweiße leicht zu überzeugen.
Als es dann endlich so weit war, trafen wir uns morgens um halb sieben in Heidenheim am Bahnhof. Auch Ludmillas Chef war da. Damit hatte ich gar nicht gerechnet, aber er meinte, dass er nicht alle anderen Mitarbeiter einweihen wollte und deshalb selber mitmacht, nicht dass es noch irgendwelche Probleme im Zug gibt. Wir warteten unten in der Unterführung auf den Zug um nicht zufällig von Ludmilla gesehen zu werden. Als der Zug dann hielt, sind wir im Eiltempo die Treppen hoch gerannt und ganz hinten eingestiegen.
Es dauerte dann zwar noch ein bisschen, bis Ludmilla nach hinten kam um dem Treiben ein Ende zu setzten, als sie jedoch sah, wer da so einen „Radau" macht, verflog ihr Ärger sofort. Pflichtbewusst wie sie ist, wollte sie trotzdem eingreifen. Zum Glück war ihr Chef auch da, gratulierte ihr erst mal zum Geburtstag und teilte ihr auch mit, dass ich das alles eingefädelt hätte. Sie soll jetzt erst mal eine Pause machen und sich bis Aalen zu mir setzten um den Rest der Fahrt zu genießen.

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