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Geschichte 11: Zusammen leben |
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Judith und Isabelle sind jetzt schon ein halbes Jahr ein Paar. Sie verstehen sich prima. Das Zusammenleben war nicht immer einfach. Fachsenfeld ist eben keine Großstadt sondern nur ein kleines Dorf. Am Anfang war es nicht einfach für die beiden, die Leute im Ort sprachen über sie, wechselten schon mal die Straßenseite wenn sie kamen und die Gespräche verstummten sobald sie einen Raum betraten. Zum Glück hat sich das mittlerweile gelegt und die Menschen haben gesehen, dass die beiden nach wie vor Judith und Isabelle sind, die viele im Ort schon seit ihrer Kindheit kennen. Es sind immer noch die beiden netten und hilfsbereiten Nachbarinnen wie seither auch, nur dass sie jetzt eben zusammenleben und ein Paar sind. Isabelle träumt schon seit sie 6 Jahre alt war davon, dass wenn sie einmal heiratet, dass es ein großes Fest mit Kirche, langer Schleppe, Kutsche und allem was dazugehört, sein soll. Als Judith ihr letzte Woche einen Antrag gemacht hat, setzte ihr Herzschlag einen Moment aus. Sie war überglücklich. Aber jetzt, als es an die Hochzeitsvorbereitungen geht, stellen sie fest, dass es nicht so einfach wird, wie sie sich das vorgestellt hatten. Jetzt hat Fachsenfeld zwar zwei große Kirchen, aber weder der Katholische noch der Evangelische Pfarrer sind bereit, die beiden zu trauen. Na vielleicht können ja die Mädels von LezBeee weiterhelfen. Zu LezBeee ( www.lez-beee.de) sind sie durch eine Kleinanzeige in einem Veranstaltungsmagazin gekommen. Es handelt sich um eine Interessengemeinschaft Lesbischer Frauen in Schwäbisch Gmünd. Leider wusste auch dort keine eine Lösung. Allerdings meinte eine, dass am Wochenende der CSD in Stuttgart ist, und sich dort sicher jemand finden lässt, der euch weiterhelfen kann. Als wir dann am Samstag nach Stuttgart fuhren und uns den Umzug ansahen, waren wir überrascht, wie viele Leute da sind und ein tolles Fest feiern. Eine Gruppe sah fast so aus, als ob sie Mönche wären, allerdings waren ihre Kutten bunt und nicht braun. Einer der Umstehenden hat zufällig unsere Unterhaltung mitbekommen und meinte, dass es sich bei denen mit den bunten Kutten um Mitglieder einer Kirche handelt. Leider wusste er den Namen der Kirche nicht, war sich aber sicher, dass die auch am Sonntag bei der Aids-Hocketse einen Stand haben. Das war doch schon mal was, eine Kirche die beim CSD mitläuft, kann doch sicher auch eine Trauung durchführen. Gut gelaunt genossen Isabelle und Judith den Rest des Umzuges. Am nächsten Tag machten sie sich bereits am Vormittag auf den Weg nach Stuttgart. Sie parkten in Cannstatt und gingen über die alte Holzbrücke über den Neckar und spazierten dann durch den Rosensteinpark und den Schlossgarten nach Stuttgart zur Hocketse. Als sie in der Stadtmitte angekommen waren, trauten sie ihren Augen nicht. Unmengen von Menschen und Ständen, wie sollten sie da den Stand der Kirche finden. Es half alles nichts, also los geht's. Sie schlenderten durch die Massen und hätten fast den kleinen Stand übersehen, aber sie hatten die bunten Kutten erkannt. Sie hatten Glück und sprachen gleich den richtigen an, Pfarrer Axel Schwaigert. Der freute sich riesig, als Judith und Isabelle ihm von ihrer Trauung berichteten, denn eine Trauung kommt halt doch eher selten vor. Er erklärte ihnen, dass er sehr gerne bereit ist, die Trauung durchzuführen. Außerdem erzählte er auch von der Kirche und freute sich, als Judith und Isabelle sagten, dass sie nächsten Samstag in den Gottesdienst kommen wollten. Da der Stand gut besucht war, verblieben sie so, dass die weitere Details ja am Samstag nach dem Gottesdienst besprechen könnten. Überglücklich fuhren die beiden wieder heim. Eng aneinander gekuschelt schliefen sie mit einem zufriedenen lächeln ein und träumten von ihre Hochzeit. Am Samstag machten sie sich zeitig auf den Weg nach Stuttgart. Zum Glück hatten sie sich kurz vorher ein Navigationssystem gekauft. Eine freundliche Stimme lotste sie durch Stuttgart in die Silberburgstraße. Sie parkten den Wagen und gingen Händchenhaltend den Berg hoch und suchten die Kirche. Als sie am Ende der Silberburgstraße angekommen waren sahen sie sich verwundet an, konnte das sein, eine Kirche kann man doch nicht übersehen. Also gingen sie wieder zurück und entdeckten dann auch wie Pfarrer Axel in ein Gebäude ging. Als sie näher kamen sahen sie auch das Schild, hier waren sie richtig, " MCC Gemeinde Stuttgart", das war die Kirche von der Pfarrer Axel letzte Woche erzählt hat. Aber da war keine Kirche, da war ein Altersheim. Das konnte doch nicht sein. Wer will denn schon in einem Altenheim heiraten? Wie müssten sie sich das vorstellen, fünfzig alte sabbernde Leute stehen in ihren Pflegebette Spalier? Nun denn, da sie schon mal da waren, gingen sie auch hinein. Sie wurden von allen freundlich begrüßt und vom Gottesdienst selber waren sie positiv überrascht. Ganz anders als die Gottesdienste aus ihrer Jugend. Beim anschließenden Gespräch mit Pfarrer Axel äußerten sie ihre Enttäuschung darüber, dass es keine "richtige" Kirche war und dass sie unter keinen Umständen in einem Altenheim heiraten werden. Axel wurde leichenblass, was sollte er tun? Die Gemeinde hat nun mal diesen Raum gemietet. Natürlich hätte er auch lieber eine "richtige" Kirche mit großem Glockenturm und so, aber es ist halt nun mal eine kleine Gemeinde. Doch dann hatte Axel plötzlich eine Idee, zückte sein Handy und telefonierte kurz. Isabelle und Judith wollten schon gehen, als er ihnen Zeichen gab, noch kurz zu warten. Und es hat sich gelohnt. Er hat einen befreundeten Pfarrer angerufen und ihn gefragt, ob er sich seine Kirche ausleihen könne. Da sein Freund und Kollege volles Vertrauen zu Axel hat, sagte er ihm sofort zu. Als Axel diese frohe Botschaft Judith und Isabelle überbrachte, umarmten beide Axel spontan und mussten vor Freude weinen.
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Geschichte 9. 4-Radantrieb |
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Es war am 28 Januar, als es in der Nacht mal wieder so richtig heftig geschneit hat. Die Straßen waren noch nicht geräumt. Zum Glück habe ich einen Geländewagen. Der ist sehr praktisch. Durch die Höhe ist das ein und aussteigen sehr angenehm, da es praktisch auf gleicher Höhe stattfindet. Und der 4-Radantrieb ist natürlich gerade jetzt im Winter die Wucht. Gekauft habe ich mir den Wagen aber vor allem deshalb, da die Frauen sehr auf solche Fahrzeuge abfahren! Gerade fahre ich von Waiblingen kommend den Berg hoch nach Fachsenfeld. Kurz vor dem Gelände des Gartenbauvereins, stehen aber schon einige Fahrzeuge. Ich steige also aus und ziehe mir meine Warnweste an, die ich immer griffbereit in einem Fach in der Fahrertür habe, und will nachschauen, ob ich helfen kann. Da höre ich bereits lautes Motorengeheul und mir wird klar, dass es sich nicht um einen Unfall handelt, sondern, dass dort vorne jemand nicht den Berg hinauf kommt. Mittlerweile sind die Fahrer der Autos vor mir ausgestiegen und lästern: "das ist ja mal wieder typisch Frau am Steuer…". Jetzt erst erkenne ich das vorderste Auto. Sie wohnt ein paar Häuser weiter wie ich und eine Nachbarin hat mir verraten, dass sie Isabelle heißt. Angesprochen habe ich sie noch nie, dazu bin ich viel zu schüchtern. Ich setzte mich also wieder in meinen Wagen und fahre, dank des 4-Rad-Antriebs, wie wenn nichts wäre, einfach auf der linken Spur nach vorne. Ein paar Meter vor ihrem Auto halte ich an, steige aus und streue etwas Salz und Splitt, was ich im Winter immer im Auto mitführe, und gehe zu ihrem Auto. "Soll ich dich raufschleppen" frage ich und sie antwortet: "das wäre wirklich sehr nett. Ich stehe hier schon einige Minuten und keiner hilft mir". Also hohle ich geschwind mein Abschleppseil, befestige es an ihrem und meinem Wagen und schon geht es los. Nach einem kleinen Ruck spannt das Seil und wir fahren. Ich halte erst ganz oben in der Pleuerstraße, wo die Straße wieder eben ist. Als ich aussteige und das Seil einpacke, steigt auch sie aus und bedankt sich noch mal bei mir. Dann geschieht das, was ich nie für möglich gehalten hätte, sie nimmt mich an der Hand und sagt: "komm, lass uns nachsehen, ob die Machos mit ihrer großen Klappe immer noch dort stehen und nicht den Berg alleine raufkommen". So gehen wir also Hand in Hand ein Stück den Berg hinunter und sehen, dass die anderen Autos von vorhin immer noch dort stehen und kein Stück weiter gekommen sind. Wir kichern. Dann nimmt sie mein Gesicht in ihre Hände und wir knutschen wild wie ein paar Teenager. Nach einigen Minuten sage ich: "ich heiße übrigens Judith" und Isabelle sagt: "ich weiß".
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Geschichte 8. in Polizeigewahrsam |
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Gegen dreiviertelsechs betraten zwei Uniformierte Polizeibeamte den Toom Baumarkt in Aalen. Sie gingen zur Auskunft und wurden nach einem kurzen Gespräch zu mir geschickt. Ich habe das zufällig mitbekommen, es ist ja auch nicht alltäglich, dass zwei uniformierte kommen. Gut, wahrscheinlich wollen sie nur ein paar Pflanzen fürs Büro ;-) Als sie mich dann fragten, ob ich Thomas Kappel sei, rutschte mir das Herz in die Hose. Mir gingen tausend Sachen durch den Kopf und ich überlegte, was ich angestellt haben könnte. Gut, ich fahre manchmal etwas schneller oder telefoniere auch mal beim fahren, aber deshalb holen sie einen doch nicht gleich ab. Mit hochrotem Kopf bestätigte ich, dass ich Thomas Kappel bin. Ich sollte mit auf die Wache kommen. Auf meine Frage, was mir denn vorgeworfen wird, antworteten Sie nur, dass ich keinen Ärger machen soll. Mittlerweile starrten schon alle Kunden und Kollegen auf mich. Auch als ich mich nochmal lautstark zur Wehr setzte und darauf bestehe dass ich erst erfahren will warum ich mitkommen soll, beeindruckte das die beiden nicht. Schließlich kam auch die Marktleiterin und redete auf mich ein, dass ich doch endlich mitgehen soll und dass sicher alles nur ein Missverständnis sei, das sich bald auf der Wache aufklären wird. Schließlich wurde es den "Bullen" zu bunt, sie packten mich, legten mir Handschellen an und führten mich ab. Draußen musste ich in den VW Bus steigen und dann fuhren wir los. Als wir die Stuttgarter Straße entlang fuhren, fragte ich nach, warum wir nicht direkt zum Revier fahren und bekam als Antwort, dass sie noch tanken müssen. Na prima, jetzt fahren wir auch noch spazieren, so dass mich noch mehr Leute "gefangen" im Polizei Bus sehen. Als wir anhielten standen wir vorm Hoagies Restaurant und ich verstand gar nichts mehr, wollen die jetzt noch vorher essen? Dann öffneten sie die Tür und nahmen mich mit. Drinnen saß Nina, mit der ich seit ein paar Tagen zusammen bin. Als sie mich sah, riss sie die Augen auf, stand auf und stammelte "Thomas, was ist passiert?" und "Judith was soll das?". Wie, kenne die sich etwa? Jetzt ergriff die Polizistin das Wort und sagte: "ich bin Judith, Ninas Mitbewohnerin. Als du heute Morgen angerufen hast und den Termin mit Nina verschieben wolltest, habe ich Nina nichts davon erzählt. Ich kenne die Chefin im Baumarkt und habe mit ihr telefoniert und ausgemacht, dass wir dich abholen, so dass du doch noch rechtzeitig zu deinem Date kommst".
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Geschichte 7. Flöckchen |
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Die vergangene Nacht hatte es geschneit und die ganze Gegend lag unter einer dicken Schneedecke. Jetzt war es ein wunderschöner Tag, die Sonne schien und der Schnee glitzerte herrlich, als beide ihren wöchentlichen Spaziergang antraten. Sie hatten eine tolle Wohnung am Hang mit einem wunderbaren Ausblick. Vor ein paar Jahren fassten sie den Entschluss, dass sie beide weniger arbeiten wollten um stattdessen mehr Zeit miteinander zu verbringen. Natürlich verdienen sie jetzt weniger, aber das mehr an Lebensqualität gleicht das locker aus. Bei der Arbeit war es auch kein Problem, was vor allem daran liegt, dass es ja gar keine "richtige" Arbeit ist. Beide sind sie beim Staat beschäftigt, also Sesselpubser wie man so schön sagt. "Das hätten wir schon viel früher tun sollen" sagten beide wie aus einem Munde und mussten lachen. Sie meinte, dass sie schon viel früher weniger arbeiten hätten sollen, er hingegen meinte, dass sie den Spaziergang bereits früher beginnen hätten sollen. Sie liefen wie immer am Wald entlang vorbei an den Limesthermen und dem ehemaligen Holland-Gärtner-Gelände, Richtung Essingen. Das Laufen durch den hohen Schnee war sehr anstrengend, aber die frische Luft tat so richtig gut. Sie gingen etwa eine halbe Stunde Händchenhaltend nebeneinander, als sie sich gleichzeitig umdrehten und schauten, da sie beide das Gefühl hatten, dass jemand hinter ihnen ist. Aber sie sahen niemand und so gingen sie weiter. Als sie an ihrem Rastplatz angekommen waren, tranken sie einen Tee und wollten gerade anfangen die mitgebrachten Wurstbrote zu essen, als sie ihn sahen. Mit großen Augen sah er sie an und als er sie sagen hörte "ach ist der süß", da kam er sofort Schwanzwedelnd zu ihnen. Jetzt wussten sie auch, warum sie ihn vorher nicht gesehen haben, es war ein süßer kleiner weißer West Highland Terrier der fast vollständig im hohen Schnee versank. Zeitgleich langten sie hinter sich und nahmen die Wurst von ihren Broten um sie dem kleinen Hündchen zu geben. Sie nannten ihn Flöckchen, weil er so klein und so strahlend weiß war wie eine Schneeflocke. Auch den etwas abgekühlten Tee, den sie ihm in einer Tupperdose bereitstellten, schlabberte er sofort freudig weg. Auch auf dem Weg nach Hause wich Flöckchen nicht mehr von ihrer Seite. Erst kurz vor Aalen war er plötzlich verschwunden. Sie waren überglücklich, als sie ihn eine Woche später wieder sahen und er sie wieder auf ihrem Weg nach Essingen begleitete.
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Geschichte 5. Limesthermen |
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Sie beobachtete ihn jetzt schon ein paar Mal, wie er immer wieder nach Einbruch der Dunkelheit kam, seinen Wagen im Industriegebiet parkte und dann ein Stück Richtung Limesthermen den Berg hoch lief. Dann setzte er sich immer etwas unterhalb ins Gras und wartete. Manchmal nur ein paar Minuten, aber in manchen Nächten saß er auch über eine Stunde da, bevor er weiterging. Irgendwann viel ihr auf, dass er immer dann weiterging, wenn ein Auto zu den Limesthermen hoch und kurz später wieder runter fuhr. Erst dann setzte er seinen Weg weiter hoch fort, und kam in der Regel nach einer Stunde wieder runter. Sie konnte es gut beobachten, da sie im Industriegebiet eine Wohnung über ihrer Fima hatte und häufig nachts vor dem Schlafengehen noch einmal auf den Balkon ging um kurz frische Luft zu tanken und den Tag bei einem guten Tässchen Tee ausklingen zu lassen. Sie fragte sich, was es wohl damit auf sich hat, dass er immer erst weiterging, wenn das Auto wieder runterfuhr. Einmal schlich sie vor zur Straße, um nach dem Auto zu schauen. Als sie erkannte, dass es sich um ein Polizeiauto handelte, ging ihr ein Licht auf. Jetzt war sie sich sicher, dass der Unbekannte nachts heimlich im Außenbecken der Limestherme badete. Da sie nie etwas über Vandalen in den Limesthermen in der Zeitung las, war sein geheimniss bei ihr sicher. In der Nacht des 12 August, machte er sich abermals auf zu den Limesthermen. Es war eine Sternenklare Nacht und so hoffte er, auch einige Sternschnuppen zu sehen, da doch immer um diese Zeit, die Perseiden ihren Höhepunkt haben. Also ließ er sich entspannt auf dem Wasser treiben und beobachtete den Nachthimmel wo er immer wieder erfreut eine Sternschnuppe entdeckte. Plötzlich hörte er etwas. Er war wohl so in Gedanken bei den Sternschnuppen, dass er gar kein Auto hat kommen hören. Aber wo sollte er hin? Er befand sich mitten im Becken, es gab also keine Versteckmöglichkeit. Dann sah er den Schein einer Taschenlampe, die ihn natürlich auch schnell entdeckt hat. Mit kräftiger Stimme befahl ihm eine Polizistin, dass er sofort aus dem Wasser kommen soll. Auf die schnelle und in der Aufregung fand er seine Kleider nicht. Das war der Polizistin offensichtlich egal, er solle vorausgehen, im Wagen würde er eine Decke zum überhängen bekommen. Also ging er voraus, nackt und mit gesengtem Kopf. Immer wieder hörte er hinter sich, wie die Polizistin kicherte. Als er gerade anfangen wollte über den Zaun zu klettern, fing die Polizistin lauthals an zu lachen, sie bekam einen richtigen Lachkrampf und wälzte sich auf dem Boden. Zuerst dachte er daran zu verschwinden, aber bevor er dazu kam, hatte ihn ihr Lachen angesteckt und auch er musste herzhaft mittlachen. Nach einer gefühlten viertel Stunde ließ der Lachkrampf bei beiden nach. Jetzt gestand sie ihm, dass sie gar keine Polizistin sei. Sie habe sich nur verkleidet um ihm einen Schrecken einzujagen. Woraufhin er aufsprang und gespielt böse schrie, dass sie dafür Büsen müsse. Sie rannte kichernd davon, aber nach ein paar Metern hatte er sie bereits eingeholt, packte sie und warf sie mitsamt ihrer Kleidung ins Wasser. Von nun an sah man immer zwei Personen nachts den Berg hoch laufen.
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Geschichte 4. Frieda |
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Morgen ist es wieder so weit, mein Geburtstag. Gut, ich weiß, es ist nicht mein richtiger Geburtstag, aber den kenn ich nicht und außerdem ist mir der morgige Geburtstag viel wichtiger. Ich hatte einen schwierigen Start ins Leben und habe am Anfang im Heim gelebt. Aber da gefiel es mir gar nicht, zumal ich auch noch ziemlich krank war, weshalb ich viel alleine in der Krankenstation verbringen musste. Aber dann kam der 7 Januar 2003. Ich wurde am frühen Abend aus meinem Schlaf geholt. Zuerst dachte ich was das denn nun schon wieder soll. Aber dann sah ich sie. Sie hatte eine dicke rote Winterjacke an und war mir schon von weitem sympathisch. Natürlich habe ich gleich mein liebstes lächeln aufgesetzt und mich an sie geschmiegt. Es war ein richtig schön bewegender Moment, das haben glaube ich alle bemerkt. Und was soll ich sagen, sie wollte mich gleich mitnehmen. Ich hab mich tierrisch gefreut, auch wenn ich ein bisschen Schiss hatte. Etwas ängstlich war ich schon immer und bin es immer noch, auch wenn es schon besser geworden ist. Am meisten habe ich jetzt noch vor dem Donner Angst, aber das haben ja viele, dafür habe ich keine Angst vor Spinnen. In der ersten Nacht habe ich mich deshalb auch vorsichtshalber mal versteckt, man weiß ja nie. Aber schon bald habe ich gemerkt, dass ich hier gut aufgehoben bin. In den ersten Tagen wurde ich aufgepäppelt, meine Augen wurden immer wieder mit Kamillenlösung ausgewaschen und ich wurde mit gutem Essen verwöhnt. So nach und nach wurde ich immer aktiver und freute mich riesig hier zu sein. Klar, dass ich hier mittlerweile den Ton angebe und alles nach meiner Pfeife tanzt, es heißt ja auch nicht umsonst, Katzen brauchen Personal.
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Geschichte 3. Jessica und Jack |
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Sie sah ihn schon von weitem, da er auch heute Abend seine Sicherheitsweste an hatte um im Dunkeln besser gesehen zu werden. Je näher sie sich kamen, umso aufgeregter wurden sie beide. Dann endlich, trafen sie, wie jeden Abend genau an der Abzweigung aufeinander. Ein paar Meter gingen sie noch gemächlich den Feldweg entlang, um dann, ganz nach dem Motto "was sich liebt das neckt sich", sich über die Wiese zu jagen und zu spielen. Dann hörten sie es: "Jessica" "Jack", und da wussten sie, dass sich ihre Wege wieder trennten, aber als brave Hunde, verabschiedeten sie sich mit einem Nasenstubser, gingen zu ihren Herrchen und freuten sich auf morgen.
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Geschichte 2. Kaminfeuer |
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Auch jetzt im Winter, wenn viel Schnee lag, drehte er jeden Abend noch einmal seine Runde um den Block um zu schauen, ob alles in Ordnung war. Wenn allerdings so viel Schnee liegt wie heute, dann traf er nur sehr selten jemanden. Außerdem hoffte er, dass er auch sie wieder sehen würde. Die Sternenklare Nacht und das Leuchten des Mondes verliehen den Schneekristallen ein magisches glitzern, welches sich auch in seinen Augen wiederspiegelte, als er sie durch das Fenster sah. Der warme Schein des Feuers im Kamin erhellte den Raum und er konnte sie, wie immer, zufrieden auf dem Sofa schlafen sehen. Natürlich bemerkte sie, dass er wieder da war, schlug die Augen auf, blinzelte ihn an und eilte zum Fenster. Kurze Zeit später und mit einem zufriedenen Lächeln machte er sich auf den Rückweg, hüpfte von der Fensterbank, eilte schnell durch den hohen Schnee und schlüpfte durch seine Katzenklappe in die warme Stube, wo er sein kaltes Fell auf der Heizung aufwärmte und zufrieden schnurrend einschlief.
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Geschichte 1: Mondschein |
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Wie bereits seit ein paar Wochen, macht sie sich abends, wenn es dunkel wurde, auf, um noch ein bisschen für die Weltmeisterschaft zu trainieren. Die heißen Sommertage machten ihr sehr zu schaffen, und so genoss sie die etwas kühleren Nächte sehr. Die Nacht war klar und der hell scheinende Mond ließ ihre Wege in einem angenehmen Licht erscheinen. Der Kies knirschte unter ihren Rädern. Sie wusste, dass es nur noch zwei Biegungen sind, bis sie zu Ihrer Kreuzung kommen würde. Ein hübsches Lächeln zierte jetzt ihr Gesicht, denn sie hoffte, dass sie dort auch heute wieder auf ihn treffen würde. So auch diese Mal, sie konnte immer wieder seine Lampe zwischen den Bäumen auf dem anderen Weg scheinen sehen. Die nächsten zwei Kilometer konnte sie also wieder in Begleitung absolvieren. Er wirkte leicht angespannt und gestand ihr, dass er seit ihrem ersten zufälligen Treffen, immer etwas früher losging und hinter der Wegbiegung wartete, um sie nicht zu verpassen. Sie blieb abrupt stehen, dann sah sie ihn mit freundlichen großen Augen an, jetzt hörte man nur noch das klacken der Rollstühle, als diese zusammenstießen, sie sich in den Arm nahmen und küssten. 
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